Betzdorf/Kirchen. Alkoholabhängigkeit und die Grenze zwischen Genuss und Missbrauch von Alkohol sind Themen in Schulen. So auch in der Berufsbildenden Schule Betzdorf-Kirchen. Mit Volker Noffke (53) trat hier ein Referent auf, der aus eigenem Erleben von Alkoholsucht, Abhängigkeiten und Schicksalen reden konnte. „Auf Anhieb kann ich 50 Namen aus meinem Umfeld nennen, die in den vergangenen zehn Jahren am Alkohol zugrunde gingen“. Noffke selbst hing 20 Jahre lang an der Flasche.
Ihm gelang 1999 noch kurz vor seinem Ende („Ein halbes Jahr wurde mir maximal noch gegeben.“) der Absprung aus der Abhängigkeit. In einer Langzeittherapie wurde er schließlich zu einem trockenen Alkoholiker. Seit dieser Zeit zieht der Thüringer bundesweit durch Schulen, Jugendklubs etc. und informiert über die Gefahren des Alkoholkonsums sowie das Genussmittel Alkohol. Nie geschieht das mit erhobenem Zeigefinger. Noffke ist niemand, der den Alkohol verteufelt. Er sei ein Genussmittel. „In Maßen genossen ist das in Ordnung. Regelmäßig sollte es nicht sein.“ Der Alkohol dürfe nicht zum Alltagsgegenstand werden. Seine Infos zum Alkohol kreisten immer um die Begriffe Gebrauch, Missbrauch und Sucht. Deutlich machte der Thüringer, dass Alkohol ein Nervengift sei, das Körper und Geist kaputtmache. Die Schüler hörten aufmerksam und manchmal auch erschrocken zu. So manchen Anreiz zum Nachdenken konnte Noffke setzen.
Noffke stand Schülern auch für Einzelgespräche zur Verfügung. Der Thüringer ist bereits im dritten Jahr zu Gast in der Berufsbildenden Schule Betzdorf-Kirchen, erzählt Schulsozialarbeiterin und Drogenbeauftragte Karola Böhmer, die für die BBS auch im regionalen Arbeitskreis Suchtprävention mitarbeitet. Im Unterricht sei das Thema Alkohol vorbereitet worden und werde nun nachbereitet. Böhmer findet es wichtig, dass stets über das Thema geredet wird. Denn das Komasaufen gebe es immer noch. Vor vielen Schülern referierte Noffke jeweils in kleineren Gruppen. Angeboten wurden in der Pausenhalle alkoholfreie Cocktails. Die Jugendpflegen Betzdorf und Kirchen informierten über ihre Arbeit. Unterstützt wurde die Veranstaltung vom regionalen Arbeitskreis Suchtprävention und der Landeszentrale für Gesundheitsförderung.